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Optimierung: Der Landenhof benötigt Tablets

Von Rinaldo Feusi

Der Landenhof ist Zentrum und Schweizerische Schule für Schwerhörige. Insgesamt werden 170 Kinder und Jugendliche mit Hörbeeinträchtigung im Vorschulbereich und in der Regelschule betreut und 120 Schülerinnen und Schüler besuchen die Schwerhörigenschule. Rund ein Drittel wohnt auch dort. Mit Tablets will man jetzt den Unterricht optimieren.

Unterentfelden Der Landenhof hat die Unterstützung hörbeeinträchtigter Kinder und Jugendlicher indem er ihre Fähigkeiten und ihre Entwicklung fördert zur Aufgabe. Schwerhörige können am Landenhof alle Stufen der Volksschule besuchen, dort wohnen und ein breites Angebot von beratenden und unterstützenden Diensten nutzen. Der Schulbetrieb unterscheidet sich in diversen Punkten vom herkömmlichen Unterricht der Regelschule. «Schwerhörige und hörbeeinträchtigte Schüler benötigen intensivere Unterrichtsmethoden», erklärt Co-Rektor Ralph Bitterli. Neben kleineren Klassenrahmen und Räumen mit besonderer Akustik sollen neu auch Tablets als fester Bestandteil in den Unterricht integriert werden. Dies solle zur Optimierung des Unterrichts beitragen, so Bitterli. Doch nicht nur im Schulunterricht sollen sie behilflich sein. Auch bei Kindern im Vorschulalter liesse sich mit interaktiven Lernspielen viel erreichen. Unterstützung erhält der Landenhof durch ein Benefizkonzert, das von Amplifon gesponsert wird. Es findet am 23. Juni im Luzerner KKL statt. Forts. auf S. 2

Mehr als eine Schule

Obschon der Landenhof weit über die Kantonsgrenzen als Schule bekannt ist, geht er einem grösseren Aufgabenfeld als der schulischen Bildung nach. Der Landenhof ist auch Wohnort und Begleiter. Schülerinnen und Schüler haben zusätzlich die Möglichkeit, dort zu wohnen. Im Internat leben sie in Wohngruppen, wo sie viermal in der Woche auch über Nacht bleiben. Dort werden sie betreut und begleitet. Dieser Rahmen sei für die Entwicklung der Kinder optimal, so Bitterli: «Hier ist man untereinander. Man tauscht Erfahrungen aus und wird nicht ausgegrenzt. Uns ist es besonders wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler nicht nur den richtigen Bildungsstand für die Kanti oder eine Lehrstelle haben. Genauso wichtig für die Kinder ist das nötige Selbstvertrauen.»

Unterricht, wie man ihn sich wünscht

Eine Schulklasse im Landenhof zählt ca. acht Kinder. Dies, weil hörbeeinträchtige Schüler auf grosse Ruhe angewiesen sind. Zu viel Störlärm verhindert das Hören des Gesagten, das Konzentrieren auf das Wesentliche. Ebenfalls sind der Boden und die Decke besonders schallabsorbierend. Der sogenannte «Frontalunterricht» darf nicht mehr als gut ein Drittel der Lektion ausmachen und Lehrpersonen stehen nicht wie Offiziere vor der Truppe, sondern unterrichten interaktiv mit den Kindern.

Der Unterricht folgt einer klaren Struktur und ist den Schülern aufgezeigt. So, wie sich das die Erziehungswissenschaft eigentlich auch für den Regelunterricht wünschte. Das alles ermöglicht den Kindern eine lupenreine Schulausbildung und einen starken Eintritt ins Erwachsenenleben.


Aarauer Nachrichten vom Freitag, 21. Juni 2019, Seite 1