E-Paper - 10. Januar 2020
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Momentaufnahmen unter dem Gefrierpunkt

Von Corinne Bürki

Schon mal in einen gefrorenen Bergsee getaucht?

Die Rombacherin Priska Jacobs auch nicht, ihre Kamera allerdings schon öfters. Die Bilder, die daraus entstanden sind, werden aktuell in der Hirslanden Klinik in Aarau und an der photoZÜRICH ausgestellt.

Aarau Priska Jacobs strahlt, wenn sie über ihre Fotografien spricht. Auf den Fotos sieht man individuell in sich geschlossene kleine Landschaften. Auf einem könnte man sogar meinen, dass ein Berg mit Sternenhimmel fotografiert wurde. Alles was auf den Fotos zu sehen ist, geschieht aber unter Wasser. Um genauer zu sein, unter der Eisschicht verschiedener Bergseen.

Wenn im Frühling alles langsam taut, macht sich die gebürtige Meiringerin Priska Jacobs auf den Weg in die Berge. Dies meistens früh morgens, denn diese absolute Stille sei jedes Mal wieder ein Erlebnis. Ganz ungefährlich sind diese Momente nicht. Priska Jacobs weiss um die lauernden Gefahren in den Bergen: «Theoretisch könnte jederzeit eine Lawine runterkommen, manchmal höre ich wie weiter weg der Schnee in sich zusammenbricht.»

Auch die Wege zu den Bergseen seien nicht immer einfaches Gelände und manchmal gefährlich. Doch genau das mache es neben den schönen Fotografien eben auch aus. Die Künstlerin braucht diesen Adrenalinkick: «Im normalen Leben hat man nicht so viel Abenteuer, das kann schon fast ein bisschen zur Sucht werden.»

Wie alles begann

Die Fotografie ist nicht die erste Art, künstlicher Tätigkeit, von Priska Jacobs. Als Enkelin eines Holzbildhauers hat sie ihre kreative Ader bereits sehr früh entdeckt.

Die Materialien haben sich über die Jahre geändert, die Kreativität aber blieb.

Angefangen hat sie aber vor allem mit Glaskunst, die sie seit über 20 Jahren in ihrem Atelier in Rombach fertigt. Dieses Handwerk hat sie während eines Lehrgangs in England erlernt.

Nachdem es wieder zurück in die Schweiz ging, musste sie sich in der Glaskunst erstmal wieder einfinden. Hier gäbe es nicht viele Künstler, die mit Glas arbeiten, so Priska Jacobs. Sie habe viel Zeit investiert, immer wieder neue Dinge versucht und sich so verschiedene Techniken angeeignet.

Irgendwann kam der Zeitpunkt für eine neue Herausforderung und Eis käme Glas sehr nahe, gerade was die Lichtwirkung betrifft.

Priska Jacobs war unter anderem in Grönland und Alaska unterwegs, hat Fotos von Wasserfällen, gefrorenen Seen und Landschaften geschossen. Erst in den Schweizer Bergen kam ihr dann die Idee, die wasserfeste Kamera unter Wasser zu halten.

Wo sie hin will

In Deutschland und der französischen Schweiz kenne man ihre Kunst besser als hier bei uns, sagt Priska Jacobs. Ein Ziel sei es aber auf jeden Fall, regional mehr auf sich aufmerksam zu machen. Dies ist ihr nun auch erstmals gelungen, ihre Fotos sind in der Cafeteria der Hirslanden Klinik Aarau noch bis Ende Februar zu bestaunen. Bereits zum zweiten Mal kann man die Unter- Wasser-Landschaften zudem an der photoZÜRICH betrachten, ausgestellt wird vom 10. bis 14. Januar.

red@aarauer-nachrichten.ch

Aarauer Nachrichten vom Freitag, 10. Januar 2020, Seite 1 (7 Views)

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