E-Paper - 07. Juni 2019
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Die schlausten Kombinationen auf einen Blick

Heizungsersatz richtig planen

Auch beim Heizungsersatz bestimmt das Gesamtsystem die notwendigen Sanierungsmassnahmen. Lesen Sie, wie Sie Ihre neue Heizung Schritt für Schritt richtig angehen.

Bei einer Heizungssanierung reicht häufig nicht der Ersatz des Wärmeerzeugers. Der energetische Zustand des Gebäudes muss betrachtet werden. Denn bei ungenügenden Wärmedämmungen und Fenstern bleibt der Energiebedarf trotz neuer Heizung weiterhin hoch. Im Umkehrschluss ist bei Sanierung der Gebäudehülle das bestehende Heizsystem oftmals überdimensioniert und ökologisch sowie ökonomisch kaum tragbar.

Alternativen zum bestehenden Heizsystem

Die Wahl des Energieträgers bestimmt über den Wärmeerzeuger. Soll der Energieträger des bestehenden Heizsystems gewechselt werden, stehen unter anderem folgende Alternativen zur Auswahl:

1. Brennwertkessel für Öl oder Gas nutzen Energie aus dem Wasserdampf der Abgase und sind daher besonders effizient.

2. In Neubauten dominieren Wärmepumpen. Sie heizen komfortabel und erzeugen Warmwasser. Mit einer PV-Anlage auf dem Dach kann der Strombedarf für die Wärmepumpe gedeckt werden. Die Wärmepumpe wird in das bestehende Heizsystem integriert. Ist das Gebäude gut wärmegedämmt und werden möglichst niedrige Temperaturen benötigt, sind Wärmepumpen besonders wirksam.

3. Holzheizungen können als Wohnraum- oder Zentralheizung betrieben werden. Auch die Kombination mit einer Solaranlage ist sinnvoll.

4. Fernwärme: Die Wärme gelangt beispielsweise von einer Wärmezentrale, Abfall- oder Holzschnitzelverbrennungsanlage über ein Rohrleitungssystem zu den Kunden. Für den Anschluss sind unter anderem Übergabestation und Wärmetauscher notwendig.

Durch Installation einer Solaranlage werden auch erneuerbare Energien im Gebäude genutzt. Eine Photovoltaikanlage ist beispielsweise in Kombination mit einer Wärmepumpe besonders effizient, wenn diese auch Warmwasser aufbereitet.

90 Prozent nicht erneuerbare Energien

Gemäss den MuKEn 2014 ist bei einem Heizungsersatz in bestehenden Wohngebäuden ein Höchstanteil von 90 Prozent an nicht erneuerbaren Energien massgebend. Hauseigentümer können hier wählen zwischen:

1. Gebäudezertifizierung nach Minergie

2. MuKEn 2014: eine der elf Standardlösungen zur Heizungssanierung

3. Gebäudeenergieausweis der Kantone (GEAK), der mindestens die Gesamtenergieeffizienz-Kategorie D bescheinigt

4. Verpflichtend werden die Vorgaben erst, sobald die MuKEn 2014 ins kantonale Energiegesetz eingeflossen sind. Vereinzelte Kantone wie Luzern oder Basel-Stadt haben bereits einer Aufnahme zugestimmt, während sich Solothurn dagegen entschieden hat.

Schritte zum Heizungsersatz

Trotz individueller Anforderungen an ein Gebäude folgt der Heizungsersatz einem einheitlichen Schema. Die Konferenz Kantonaler Energiefachstellen (EnFK) empfiehlt für den Heizungsersatz deshalb folgende Vorgehensweise:

1. Genug Zeit einrechnen: Alle 12 bis 20 Jahre steht ein Heizungsersatz an, eine umfangreiche Beratung und das Abwägen von Möglichkeiten sind deshalb ratsam.

2. Wärmedämmung prüfen: Bestehende Wärmedämmung prüfen und vor dem Heizungsersatz etwaige Sanierungsmassnahmen durchführen.

3. Energieträger auswählen, Fachleute beiziehen: Ein Heizsystem mit erneuerbaren Energiequellen verringert die Umweltbelastung.

4. Umweltfreundliche Techniken verwenden: Beispielsweise ein Heizsystem, das heizt und Warmwasser aufbereitet.

5. Vollständige Offerten einholen und Leistungsgarantien verlangen: Das Einholen mehrerer Offerten zum Vergleich ist ratsam.

6. Heizung installieren, einstellen und überprüfen lassen: Nach Inbetriebnahme sollte die Heizung regelmässig im Abstand von einigen Jahren überprüft und optimiert werden.

Fachkompetenzen nutzen

Kantone und Gemeinden bieten regelmässig Energieberatungen mit dem Fokus auf Heizungsersatz an. Das Erstgespräch ist in der Regel kostenfrei. Häufig wird auch mithilfe des GEAK der Zustand des Gebäudes geprüft und eine Sanierungsstrategie festgelegt. Mögliche Fördermassnahmen beim Heizungsersatz können in diesen Gesprächen ebenfalls geprüft werden.

Im Vorfeld können sich Hauseigentümer bereits selbstständig über Förderbeiträge informieren. Das Portal www.energiefranken.ch listet jene am Wohnort verfügbaren Förderbeiträge.

Viele Banken gewähren ausserdem für energetische Sanierungen Hypotheken oder Kredite zu attraktiven Konditionen.

mb/ hausinfo.ch

Aarauer Nachrichten vom Freitag, 7. Juni 2019, Seite 30 (32 Views)

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