E-Paper - 07. Juni 2019
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Immobilien

Balkonnutzung von Mietwohnungen

Da eine Vielzahl von Mietern und Wohnungseigentümern nicht über einen eigenen Garten verfügt, bleibt ihnen oft nur der zur Wohnung gehörende Balkon, wenn sie während den heissen Jahreszeiten abends ein paar Stunden im Freien verbringen wollen. Bezüglich der Balkonnutzung wird immer wieder darüber gestritten, wieweit das diesbezügliche Nutzungsrecht des Mieters und des Wohnungseigentümers reicht.

Balkonbepflanzung

Grundsätzlich ist es dem Mieter gestattet, im Innenbereich des Balkons bzw. in den dafür vorgesehenen bereits vom Vermieter zur Verfügung gestellten Blumentrögen oder Blumenkisten am Balkonrand geeignete Pflanzen zu setzen. Ohne Erlaubnis des Vermieters darf der Mieter jedoch keine Blumenkästen nach aussen hängen. Es geht dabei nicht nur um den optischen Gesamteindruck der Liegenschaft, sondern auch um die Vermeidung einer Gefährdung von Nachbarn und Passanten (Herunterfallen eines Blumenkastens im Falle eines Sturmes). Mit dem Verbot des Aufhängens von Blumenkästen im Balkonaussenbereich lassen sich zudem auch Streitigkeiten einschränken, die wegen übermässigem Blütenfall und wegen Pflanzen, die in den Sichtbereich des unterliegenden Mieters wachsen, entstehen. Rankgitter und daran rankende Kletterpflanzen sind dagegen in der Regel erlaubt, sofern die Fassade nicht benutzt wird. Diese Freude wird dem Mieter denn auch wohl kaum jemand vergällen wollen, solange sich dieser im Interesse seiner Nachbarn an gewisse Regeln hält. So muss der Pflanzenliebhaber dafür besorgt sein, dass die Pflanzen nicht vom Balkon hinunterragen.

Beim Giessen ist darauf zu achten, dass der darunter wohnhafte Mieter nicht durch herabtropfendes Wasser und herab fallende Pflanzenteile in Mitleidenschaft gezogen wird. Die normale Blütenzufuhr (durch Windverwehungen von einem Balkon auf den darunter liegenden Sitzplatz) muss allerdings stets hingenommen werden. Auf keinen Fall ist es zulässig, die Bausubstanz des Balkons durch zu schwere Blumentröge oder Blumenkisten zu beeinträchtigen. Zudem ist darauf zu achten, dass es sich beim Balkon nicht um einen Garten handelt. Der Mieter muss darauf bei der Pflanzenauswahl für die Blumentröge bzw. Blumenkisten Rücksicht nehmen.

Grillieren

Das Grillieren auf dem Balkon lässt sich wohl kaum generell verbieten. Ein allfälliges Verbot liesse sich denn auch in aller Regel nur schwer durchsetzen. Es ist dem Mieter aber nicht gestattet, für das Grillieren einen Holzkohlegrill zu benützen. Er hat vielmehr einen Elektrogrill zu verwenden, da hiervon meist keine über das normale Mass hinausgehende Beeinträchtigungen der Nachbarn ausgehen. Ein Holzkohlegrill ist nicht nur wegen den damit verbundenen übermässigen Geruchsimmissionen, sondern auch aus Sicherheitsgründen (Brandgefahr) für den Gebrauch auf einem Balkon ungeeignet. Die Nachbarn müssen nicht hinnehmen, dass der Grillfeuerqualm in ihre Wohnungen eindringt und dort für erheblichen Gestank sorgt.

Wäsche aufhängen

Das Wäscheaufhängen auf dem Balkon ist dem Mieter im Rahmen der normalen Balkonnutzung grundsätzlich gestattet. Er darf dafür aber ohne Einwilligung durch den Vermieter keine festen Wäschetrockenvorrichtungen anbringen. Wäschetrockengestelle sind wie Blumentröge so zu sichern, dass sie niemanden gefährden, auch bei einem ortsüblichen Unwetter nicht. hausinfo.ch

Aarauer Nachrichten vom Freitag, 7. Juni 2019, Seite 23 (31 Views)

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