E-Paper - 13. November 2015
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Die Künstlerin, die Freude und Herz sichtbar macht

RUPPERSWIL «Ich finde, es gibt nichts schöneres, als eine weisse Leinwand», sagt Ursula Vonhuben

Ursula Vonhuben ist Künstlerin und Mutter mit Leib und Seele. Ihr Ziel ist es, mit Kunst Freude zu bereiten. Die «kaufmännische Künstlerin» im Porträt.

Schon bei der Einfahrt zur Langackerstrasse 47 in Rupperswil ist das Herz-Symbol zu sehen. Es ist das Zuhause von Ursula Vonhuben-Hess und ihrer Familie. Hier laufen die Linien von Künstlerin und «Muttersein» für sie ineinander. Das Herz, ihr Lieblingssymbol, ist auch im Innern des Hauses allgegenwärtig.

Die Kreativität hat Ursula Vonhuben schon seit ihrer Kindheit begleitet. Das Malen mit Acryl auf Leinwänden hat ihren Ursprung aber in der Zeit, als sie in einem Geschäft für Kunsthandelbedarf gearbeitet hat. «Ich lief immer an den Leinwänden und Pinseln vorbei und dachte mir: Versuch es einfach. Es hat mir dann riesig Spass gemacht.» Das Feedback von Bekannten fiel sehr positiv aus und so liess auch eine erste, sehr erfolgreiche, Ausstellung nicht lange auf sich warten. «Es war die Initialzündung», erinnert sich Vonhuben an das Jahr 2003. «Das hat mich unheimlich motiviert.» Die Motivation war schliesslich so gross, dass sie bis heute schon auf über 500 Leinwänden ihren Pinsel geschwungen hat.

Auch ein erstes Weihnachtssujet malte Ursula Vonhuben bald, nachdem sie ihr Hobby intensiviert hatte. Da sich Weihnachtssujets auf Bildern nicht so gut zum Verkauf eignen, kam die Idee mit den Weihnachtskarten auf. «So konnte jeder zu einem kleinen Preis ein Bild von mir kaufen.» Die Weihnachtskarten erinnern Vonhuben an eine, wie sie sagt, «Freudekette». «Ich habe Freude daran, die Sujets zu malen und die Menschen können mit den Karten die Freude weiterverschenken», erklärt sie ihre Philosophie. Jedes Jahr gibt es eine neue, besondere Weihnachtskarte, für die bei jedem Kauf ein Franken als Spende an die Stiftung Kinderhilfe Sternschnuppe geht. Mehr dazu erfahren Sie nächste Woche in unserer alljährlichen Sonderbeilage, der «Weihnachtspost».

Mit Herz in den Kreativraum

Die Treppe hinunter geht es in das malerische «Reich» der Künstlerin Ursula Vonhuben. Auch hier sticht wieder ein Herz ins Auge. Es ist ein Bild von ihr, das man kennt und es ist auch als Karte erhältlich. Es war eines der absolut ersten, das Vonhuben gemalt hat. Dementsprechend hat es einen besonderen Platz erhalten. «Ich hätte es schon oft verkaufen können.» Aber sie habe es nie übers Herz gebracht. Unten angekommen, sind die Weihnachtskarten ausgebreitet. «Das ist im Moment meine Hauptbeschäftigung.» Versand- und Büroarbeiten das tönt nicht nach Lieblingsbeschäftigung von kreativen Köpfen. Bei Ursula Vonhuben ist das aber ganz anders.

«Kreativ und kaufmännisch»

Auch wenn Kreativität von Anfang an im Fokus - auch bezüglich der Berufswahl - gestanden hat: Das Kaufmännische hat Vonhuben ebenso angezogen. Sie hatte sich für eine kaufmännische Lehre in einem Einrichtungshaus entschieden. «Das war eine sehr schöne Kombination. Ich hatte einen klaren Ablauf im Büro, durfte aber auch Werbebriefe gestalten oder Schaufenster dekorieren.» Die rationalen Büroarbeiten und die irrationalen Kreativarbeiten waren die perfekte Mischung. «Kreativ und kaufmännisch. Das ist es auch heute noch.» Hier kommen die Karten wieder ins Spiel. In ihrem Shop hat Ursula Vonhuben mit Offerten, Kundenbestellungen und Rechnungen zu tun. Das behagt ihr sehr. «So konnte ich das Ganze beibehalten. Und nicht zuletzt bin ich ja auch noch Mutter. Für mich fliesst so alles perfekt zusammen.» Bei dieser Kombination drängt sich eine Frage auf: Welche Berufsbezeichnung gibt sich Ursula Vonhuben denn selber? «Ja, das ist eine gute Frage», sagt sie und lacht. «Ich habe mir das nämlich auch schon überlegt. Für dieses Halb-halb gibt es wohl gar keine Berufsbezeichnung», meint sie nach kurzem Überlegen. «Entweder ist man Künstlerin oder man ist nicht Künstlerin. Was soll man denn sonst sein? Also: Mutter und Künstlerin».

Rot, orange, gelb

Ursula Vonhuben malt ausschliesslich mit Acryl auf Leinwand. Charakteristisch sind auch die um die Ecke gemalten Ränder. Die Bilder kommen so ohne Rahmen aus und sind einfach aufzuhängen. «So sind meine Bilder: Gemalt, um sie dann einfach und direkt an die Wand zu hängen.» Weiter fallen die Farbkombinationen auf. Am meisten sind Kombinationen aus rot, orange und gelb zu sehen. Das ist kein Zufall. «Ich finde diese Farben fröhlich und ansprechend. Sie strahlen eine gewisse Wärme aus. Dadurch lösen Sie Freude aus und vermitteln positive Gefühle.» Da ist es wieder: das Wort «Freude».

Die weisse Leinwand

Sowohl eine Blockade, als auch Momente, in denen sie alles stehen und liegen gelassen habe, um Ideen umzusetzen, hat Ursula Vonhuben schon erlebt. «Das gehört beides dazu, ist aber eher selten.» Für die meisten ist der Beginn von etwas Neuem schwer. Nicht so bei Ursula Vonhuben. Sie findet darin eine Motivation: «Ich finde, es gibt nichts schöneres, als eine weisse Leinwand. Sie ist so unberührt.» Inspiration und die Freude zum Beruf werden spürbar. «Die ersten paar Momente, in denen die Farbe die Leinwand berührt, sind sehr speziell.»

Aktuell stellt Vonhuben im Gasthof Alpbad in Sissach aus. Die Bilderausstellung dauert bis Herbst 2016. Das Ziel der Ausstellung dürfte unschwer zu erraten sein. Wer sich mit Ursula Vonhuben und ihren künstlerischen Tätigkeiten auseinandersetzt weiss: Freude schenken ist das oberste Gebot.

Adrian Uhlmann

Aarauer Nachrichten vom Freitag, 13. November 2015, Seite 3 (84 Views)

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